Schach an sich ist schon eine recht herausfordernde Sportart. Man schaut stundenlang auf das Brett und sieht – nichts. Jedenfalls nicht das, was einem helfen könnte, die Partie zu gewinnen. Umso bemerkenswerter sind Partien, in denen ein Spieler freiwillig auf die Sicht auf das Brett verzichtet, sich den Verlauf nur vorstellt und dennoch alles „sieht“. So hatte Weiß als Blindspieler diese Stellung auf dem Brett und „sah“ den Gewinnweg.

Falls Sie ihn nicht entdeckt haben, grämen Sie sich nicht lang. Der Spieler war einer der größten seiner Zeit: Dr. Savielly Tartakower, der zwischen 1920 und 1939 zahlreiche Weltklasseturniere gewann, Großmeister wurde und eine Elo-Zahl von über 2700 hatte. Er fand die Fortsetzung: 1. Df7 Sxf7 2. e6+ Dxe6 3. Sc5+ Kd8 4. Sxe6+ Kd7 5. Sc5 Kd8 6. Sb7+ Kd7 (auch wenn das so aussieht, als wiederholten sich die Züge – der Unterschied zum Beginn ist, dass durch die Beseitigung der anderen Figuren nun die entscheidende Figur eingreifen kann) 7. Lh3+ f5 8. Lxf5#